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27.03.2020 – Der Kampf gegen jegliche Form von häuslicher Gewalt muss verstärkt werden

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Zehntausende Kinder werden in Deutschland jährlich Opfer von Vernachlässigung, psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt. In Hamburg sind laut polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2018 252 Sexualstraftaten an Kindern und Jugendlichen gemeldet worden. Das Dunkelfeld ist sehr viel größer.

Durch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben wird ein deutlicher Anstieg häuslicher Gewalt vermutet. Die Einschränkung der sozialen Kontakte, mögliche finanzielle Sorgen und weitere Stressfaktoren können das Aggressionspotential erhöhen.

Gleichzeitig können mögliche Gefährdungslagen unentdeckt bleiben, wenn Kinder und Jugendliche keine öffentlichen Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Horte mehr besuchen. Aus Wuhan gibt es Hinweise, dass sich die Fälle von Gewalt in der Familie während der Zeit der Quarantäne verdreifacht hätten. Ähnliche Zahlen werden aus Italien und Spanien gemeldet. Hinzukommt, dass die Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD), die primär für den Kinderschutz in Hamburg zuständig sind, nur noch unter starken Einschränkungen arbeiten können. So sind Hausbesuche in den meisten Fällen unverzichtbar; derzeit aber nur schwer realisierbar.

Dazu erklärt Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion und Bundestagsabgeordneter für Hamburg und Altona:

„Kinder, die Gewalt in ihrer Familie erfahren, sind auf Hilfe von außen angewiesen. Was aber, wenn sie ihre Zeit ausschließlich in der Familie verbringen – wie es derzeit der Fall ist. Kitas, Schulen, Horte und Jugendeinrichtungen sind geschlossen. Ich bin höchst besorgt, dass sich durch die Corona-Krise auch bei uns die Fälle häuslicher Gewalt vervielfachen könnten.

In Hamburg gilt es jetzt – trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie – die wichtigen Forderungen der Enquete Kommission umzusetzen, um den Kinderschutz nachhaltig zu verbessern. Der Senat muss ein Konzept vorlegen, wie die wichtige und unverzichtbare Arbeit der ASD-MitarbeiterInnen auch in der momentanen Ausnahmesituation sichergestellt werden kann. Beratungsangebote müssen weitergeführt, Online-Beratungen insbesondere für gefährdete Jugendliche ausgebaut werden.

Zudem brauchen wir in Hamburg jetzt – mehr denn je – einen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Hamburg hat ein gut ausgebautes Netz an Fachberatungsstellen. Doch wenn es keine zentrale Stelle gibt, die diese mit der Politik und der Jugendhilfe verknüpft, besteht die Gefahr, dass Prävention nicht in dem Rahmen stattfindet, wie es nötig wäre und Betroffene keine schnelle Hilfe und kein Gehör finden.

Schließlich ist ein wichtiger Punkt die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Wir müssen im Kampf gegen häusliche Gewalt auf Zivilcourage setzen. Familienmitglieder, Nachbarn und Freunde müssen Verantwortung übernehmen. Keiner darf wegschauen, wenn der Verdacht besteht, ein Kind oder Jugendlicher könne irgendeiner Form von Gewalt ausgesetzt sein.“

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