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Marcus Weinberg Altona

Die aktuellen Verhaltensregeln, wie sie von uns allen eingehalten werden sollten, sind für Wohnungslose nur schwer umsetzbar: zu Hause bleiben, regelmäßig Hände waschen und Menschenmengen vermeiden. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Einrichtungen der Obdach- und Wohnungslosenhilfe in Hamburg derzeit nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Besonders betroffen von den aktuellen Einschränkungen ist die gesundheitliche Versorgung der Menschen auf der Straße.

Obdachlosen muss die Möglichkeit zu körperlicher Hygiene gegeben werden, indem die sanitären Anlagen von mindestsens zwei öffentlichen Schwimmbädern oder Sportstätten an unterschiedlichen Standorten Hamburgs geöffnet werden. Gleichzeitig müssen dort provisorische medizinische Stellen zur gesundheitlichen Versorgung eingerichtet werden.

Darüber hinaus dürfen Obdachlose nach Möglichkeit nur einzeln oder in kleinen Gruppen untergebracht werden. Massenunterkünfte sind in Zeiten der Corona-Verbreitung fatal. Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern sollte ebenfalls nach Möglichkeit einzeln erfolgen, Abstand halten ist hier das Gebot der Stunde, wie es auch schon in vielen Geschäften praktiziert wird.

Damit es zukünftig nicht vermehrt zu Obdachlosigkeit kommt, wollen wir mit der neuen gesetzlichen Regelung zur Aussetzung von Kündigungen wegen Mietschulden Mieterinnen und Mieter schützen. Es darf nicht sein, dass Menschen in dieser bereits belastenden Ausnahmesituation der Corona-Pandemie auch noch ihr Zuhause verlieren.